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25.01.18 | FAS, Öffentlich, Aktuelles

Verhaltensorientierte Arbeitssicherheit: Alexandra Schönleber untersuchte die Arbeitssicherheit in Frisörsalons

Die Studentin erhält den B.F. Skinner-Research-Award für Studierende in Europa

Alexandra Schönleber zusammen mit dem Betreuer der Arbeit, Professor Dr. Christoph Bördlein (Foto FHWS / Bördlein)

Frisöre sind bei ihrer Tätigkeit vielfältigen Gesundheitsrisiken ausgesetzt, u.a. durch den Umgang mit haut- und atemwegsreizenden Stoffen sowie durch das überwiegende Arbeiten im Stehen. Allergien und Muskel-Skelett-Erkrankungen zählen daher zu den häufigsten Ursachen für Arbeits- und Berufsunfähigkeit unter den Beschäftigten des Frisörhandwerks. Durch entsprechendes arbeitssicheres Verhalten (beim Arbeiten Handschuhe tragen, eine ergonomische Arbeitshaltung einnehmen usw.) können sie jedoch selbst einiges tun, um das Risiko von Gesundheitsschäden gering zu halten.

Alexandra Schönleber studiert an der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der Hochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS) das Fach Soziale Arbeit. Sie untersucht zurzeit in ihrer Bachelorarbeit, wie man den Frisören dabei helfen kann, sich sicherer zu verhalten: „Mein Bachelorarbeitsbetreuer, Herr Professor Bördlein, hatte mich auf die Methoden der verhaltensorientierten Arbeitssicherheit – Behavior Based Safety (BBS) – aufmerksam gemacht, die schon in vielen Branchen und bei vielen Tätigkeiten dazu beigetragen hat, das arbeitssichere Verhalten von Beschäftigen zu stärken und so Unfälle zu vermeiden“. Alexandra Schönleber beobachtet das Arbeitsverhalten der Beschäftigten eines Frisörsalons und gibt diesen anschließend Rückmeldung – Hinweise auf das ergonomisch richtige Verhalten und Anerkennung für erreichte Fortschritte. „Durch dieses Feedback können die Frisörinnen ihr Verhalten verändern und sichere Arbeitsgewohnheiten entwickeln“.

Nun hat Alexandra Schönleber für dieses Abschlussarbeitsprojekt einen Preis erhalten. Die B.F.-Skinner-Foundation verwaltet das Erbe des 1990 verstorbenen Psychologen und Begründers der Verhaltensanalyse. „Die Foundation unterstützt die Anwendung der verhaltenswissenschaftlichen Erkenntnisse auf die Lösung sozialer Probleme“, so Professor Dr. Christoph Bördlein. Einmal jährlich vergibt die B.F.-Skinner-Foundation einen Preis für Studierende, die an einer vorbildlichen Abschlussarbeit im Bereich der experimentellen oder angewandten Verhaltensanalyse arbeiten, den „B. F. Skinner Research Award for Students in Europe“. Der Preis ist mit 500 Dollar dotiert, mit dem Geld soll das Forschungsprojekt finanziell unterstützt werden. „Wir fanden Alexandras Projektplan ausgezeichnet“, so der Vorsitzende des Auswahlkomitees, Professor Dr. Erik Arntzen vom Oslo and Akershus University College in Norwegen. „Behavior Based Saftey ist bislang noch nie auf das Arbeitsverhalten von Frisören angewendet worden. Das macht Alexandras Projekt einzigartig“.

Alexandra Schönleber plant, das Geld vor allem für einen zweiten Beobachter auszugeben. „Dadurch verbessert sich die methodische Qualität der Arbeit noch einmal deutlich“, so Professor Bördlein. Die Urkunde zum Preis wird Alexandra Schönleber bei der Eröffnung der neunten Konferenz der European Association for Behaviour Analysis (EABA), die vom 19. bis 22. September 2018 in Würzburg in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften stattfindet, überreicht. Schönleber plant, dort im Rahmen eines Vortrags ihre dann abgeschlossene Arbeit vorzustellen: Der „Call for Papers“ ist eröffnet: eaba2018.fhws.de.