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25.09.18 | FAS, Öffentlich, Aktuelles

Perspektiven der Musiktherapie – Autismusspektrumstörungen, schwere neurologische Erkrankungen, Inklusion und Angehörigenarbeit

Die MA-MT-Studentin Franziska Friedrich zeigt den Stand der Datenbankanalyse zu ihrem Thema der Untersuchung von Musiktherapie zur Förderung von Kompetenzen für Menschen mit Behinderung in der Arbeitswelt als Ausgangspunkt ihrer Arbeit (Foto: Eickholt/FHWS)

Keynote-speaker Prof. Dr. Amelia Oldfield von der Anglia-Ruskin-University Cambridge zu einer Langzeituntersuchung von Musiktherapie für Kinder mit Autismusspektrumstörung und ihren Familien (Foto: Eickholt/FHWS)

Die Studierenden des MA MT der FHWS beim musikalischen Abschluss der alumni-features mit einer Improvisation (Foto: Wosch/FHWS)

Die diesjährig Abschließenden des Master Musiktherapie der FHWS mit ihrem Studiengangleiterteam (Foto: Eickholt/FHWS)

Vom 14. bis 16. September 2018 fand an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt die 4. Würzburger Tagung zur Musiktherapie bei Behinderung und Demenz statt. Eröffnet wurde die Tagung vom Vizepräsident für Forschung der FHWS, Prof. Dr. Jürgen Hartmann, und der Dekanin der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften, Prof. Dr. Dagmar Unz. Veranstaltungsorte waren die Hochschule und der Kulturspeicher Würzburg. Wissenschaftler, Kliniker und weitere Teilnehmer kamen aus Unterfranken, ganz Deutschland, der Schweiz, Slowenien, Großbritannien, Finnland, China, Südkorea und Australien. Neben den Vorträgen und Keynotes gab es die deutsche Premiere eines britischen Dokumentarfilms und erstmalig Absolventen-features von graduierten Musiktherapeuten der FHWS.Fünfzehn Studierende des Masterstudiengangs Musiktherapie der FHWS präsentierten und diskutierten als letzten Schritt ihres Studiums Teile ihrer Masterarbeitsuntersuchungen. Dabei wurden mehrfach neue Arbeitsfelder der Musiktherapie vorbereitet und entwickelt. Dazu gehört die Angehörigenarbeit von Geschwistern krebskranker Kinder und von häuslich pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz. Beide Gruppen müssen täglich besondere Herausforderungen bewältigen, wozu musiktherapeutisch eine Stärkung und Unterstützung gegeben werden kann. Ein weiterer Bereich ist die Inklusion von Menschen mit Behinderung und ohne Behinderung in gemeinsamen Kirchenmusikmusicals, welche so komponiert sind, dass beide Gruppen ihr musikalisches Können zusammen in ein Stück einbringen können. Die drei Hauptreferenten der drei Tage waren Lehrbeauftragte des Masterstudienganges der FHWS, welche Professoren in Cambridge, Jyväskylä (Finnland) und Hamburg sind. Ihre Themen waren Musiktherapie für Kinder mit Autismusspektrumstörung und ihre Familien, Vibroakustische Musiktherapie für Menschen mit seltenen neurologischen Erkrankungen (schwere Muskel- und Schmerzerkrankungen) sowie der aktuelle Stand eines deutschen Ansatzes der Musiktherapie für Menschen mit Demenz.Unterstützt von der Partneruniversität der FHWS Anglia-Ruskin-University Cambridge wurde am ersten Abend die deutsche Premiere des britischen Dokumentarfilms „Operation Syncopation“ präsentiert, welche der Regisseur dieses Films, Maxim Thompson, persönlich eröffnete. Der Film zeigt Interviews mit Familien, Menschen mit Autismusspektrumstörung und Therapeuten, welche vor 16 Jahren in der Musiktherapie waren. Die Therapien und die Interviews werden im Film in Perspektiven gezeigt, welche beide Zeiten miteinander verbinden sowie in Perspektiven, in welchen Menschen mit Autismusspektrumstörung eine Situation wahrnehmen. Es kamen 100 Würzburger, welche beruflich oder familiär mit diesem Thema berührt sind. Nach dem Film gab es großen Applaus und viele Fragen an den Regisseur und die Musiktherapeutin dieser Therapien.Am Samstagabend präsentierten jeweils ein/e Absolvent/in der drei seit 2012 abgeschlossenen Jahrgänge des Master Musiktherapie der FHWS ihren beruflichen Werdegang. Vom dritten Jahrgang war aus Tokio eine Absolventin zu geschalten, Eri Shimagaki, die die Musiktherapie in einem neu gegründeten Tagesförderzentrum für Kinder mit Autismusspektrumstörung aufbaut und leitet. Vom ersten Jahrgang berichtete ein Absolvent, Simon Bartenschlager, der jetzt in einer großen Heilpädagogischen Einrichtung in Oberbayern Fachdienstleiter ist und in der Einrichtung die Musiktherapie aufgebaut hat und durchführt. Vom zweiten Jahrgang stellte eine Absolventin, Jasmin Eickholt, ihren Weg von der praktischen musiktherapeutischen Tätigkeit über Tätigkeit in Lehre und Forschung an der FHWS und weiteren Universitäten bis zur aktuellen Promotion an der University of Melbourne dar. Sehr eigenständig entwickeln diese Absolventen neue Institutionen, Interventionen und Forschungsbereiche der Musiktherapie. Die Musik fehlte nicht und wurde von Lehrenden, wissenschaftlichen Mitarbeitern und Studierenden der FHWS von Klassik bis freie Improvisation an diesem Abend gegeben.