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19.04.18 | FAS, Aktuelles, Öffentlich

FAS startet DAAD Hochschuldialog mit Libanon und Jordanien

Das einjährige Projekt beschäftigt sich mit dem Thema „Humanitarian Access: Pathways for Refugees from Transit to Safe Havens“

Das 20-köpfige Projektteam während der ersten Projektmobilität im Libanon zu Besuch bei der NGO „Relief and Reconciliation for Syria“ in Bkarzla, im Norden des Landes.

Die Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften (FAS) implementiert im Rahmen des DAAD Hochschuldialogs mit der islamischen Welt ein einjähriges Projekt unter dem Titel „Humanitarian Access: Pathways for Refugees from Transit to Safe Havens“ in Kooperation mit der German Jordanian University (Jordanien), der Yarmouk University (Jordanien) und der Lebanese University (Libanon). Ziel des Projekts, das von Vizepräsident Prof. Dr. Ralf Roßkopf geleitet wird, ist nicht nur der kulturelle und fachliche Austausch, sondern auch die nachhaltige Vernetzung der beteiligten Hochschulen untereinander, um langfristig Strukturen für einen intensiven Dialog zwischen Deutschland, Jordanien und dem Libanon zu etablieren.

In dem Projekt befassen sich vier Studiengruppen mit je einem/r Professor/in, einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin und drei Studierenden pro Hochschule, in wissenschaftlichen (Abschluss-)Arbeiten sowie vier Mobilitäten mit Migrationsregimen, Grenzverschiebungen, deren Auswirkung auf Transit- und Zielländer und verbleibende Zugänge für Schutzsuchende sowie die Rolle der (internationalen) Sozialen Arbeit in diesem Kontext. Um einen Dialog über den wissenschaftlichen Austausch hinaus anzuregen, wird bei den Veranstaltungen Wert auf die Auseinandersetzung mit Geschichte und Gesellschaft des jeweiligen Landes sowie seine kulturelle und religiöse Prägung gelegt.

Die erste Mobilität fand vom 07.-13. April 2018 in Beirut, Libanon, statt und ermöglichte dem Projektteam, einen Einblick in die libanesische Flüchtlingssituation und die Arbeit der Regierungs-, internationalen und zivilgesellschaftlichen Organisationen in den Bereichen Migrationsmanagement, humanitäre Hilfe und gesellschaftlichen Integration in einem von Diversität geprägten Land zu gewinnen. Die Teilnehmenden besuchten unter anderem die Bildungsorganisation Al Ihssan, das palästinensisches Flüchtlingscamp Chatila, die Hilfsorganisation URDA, die Institution für interreligiösen Dialog Adyan, die Organisation Permanent Peace Movement und die Lebanese University. Darüber hinaus hatte die Projektgruppe die Gelegenheit sich mit zahlreichen Sozialarbeiter/innen sowie Vertreterinnen von UNRWA, dem Ministerium für Soziales und des libanesischen Social Work Syndicate austzutauschen.

Im Rahmen der nächsten Mobilität wird die FHWS die Projektgruppen aus dem Libanon und Jordanien während der Internationalen Woche vom 03.-09. Juni 2018 in Würzburg und Schweinfurt begrüßen. Das interdisziplinär aufgestellte Projektteam – die Beteiligten kommen aus den Fachbereichen Soziale Arbeit, Soziologie und Logistik – wird sich dann mit der Aufnahme und Integration von Geflüchteten und Migrant/innen im deutschen Kontext beschäftigen. Dazu sollen relevante Institutionen wie die Erstaufnahmeeinrichtung und Gemeinschaftsunterkunft in Schweinfurt, eine Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge besucht werden. Mit einem KZ-Gedenkstättenbesuch soll die Thematik aber auch im Kontext der deutschen Geschichte beleuchtet werden.

Ende Juli wird sich das Projektteam schließlich für eine Woche in Jordanien treffen, um insbesondere die Auswirkungen von Grenz(kontroll)verschiebungen auf die Situation der Transitländer und die Frage der Gewährleistung von humanitären Standards beim Flüchtlingsschutz unter diesen Bedingungen zu analysieren. Im Oktober (23.-25.10.2018) wird eine abschließende Veranstaltung in Würzburg stattfinden, bei der die Ergebnisse des Projekts auf einer eintägigen Konferenz auch der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Das vom DAAD geförderte Projekt wird aus Mitteln des Auswärtigen Amts (AA) finanziert.

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