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07.11.18 | FAS, Öffentlich, Aktuelles

Erste Summer School der FHWS in Nigeria zum Thema Soziale Arbeit und Migration

Der Besuch in Nigeria ermöglichte einen intensiven akademischen und kulturellen Austausch zwischen Studierenden, Dozierenden und Professor/-innen

Gruppenfoto mit Fakultätsmitgliedern und Studierenden des Department of Social Work der University of Nigeria Nsukka. (Foto: FHWS/Ziegler)

Die Studentinnen der FHWS erarbeiten mit ihren nigerianischen TandemPartner/-innen eine Präsentation zum Thema Soziale Arbeit und Migration in Nigeria. (Foto: FHWS/Ziegler)

Gruppenfoto mit Vice Chancellor Prof. Dr. Ozumba, Deputy Vice Chancellor Academics Prof. Dr. Ogbonna und der Leiterin des Department of Social Work Prof. Dr. Okoye sowie weiteren Mitarbeiter/-innen der Universität. (Foto: UNN)

Im September 2018 fand zum ersten Mal eine Summer School des Masterstudiengangs „International Social Work with Refugees and Migrants“ (MRM) in Nigeria statt, welche in enger Kooperation mit der University of Nigeria Nsukka (UNN) durchgeführt wurde. Sechs Studentinnen und drei Begleitpersonen der FHWS beteiligten sich am Austausch über die Situation, Herausforderungen und Perspektiven nigerianischer Sozialer Arbeit im Migrationskontext.
Nigeria, das bevölkerungsreichste Land Afrikas mit ca. 197 Millionen Einwohner/-innen und mit mind. 250 verschiedenen Volksgruppen von großer Diversität geprägt, ist sowohl Herkunfts- als auch Zielland von Migrant/-innen und Geflüchteten. Als Zielland spielt Nigeria vor allem bei regionalen/ westafrikanischen Migrationsbewegungen eine Rolle, sowohl für freiwillige Migrant/innen als auch für Geflüchtete (z.B. in der Vergangenheit aus Ghana und heute aus Kamerun). Zudem ist Binnenmigration ein großes Thema – wegen gewaltvoller Konflikte, die mit der ungleichen und damit umkämpften Verteilung von Ressourcen und politischer Macht in Zusammenhang stehen, sowie (Natur)Katastrophen, gibt es ca. 1,7 Millionen Binnenvertriebene. In Bezug auf internationale Migration, ist die Emigration der Nigerianer/-innen in westafrikanische und westliche Länder bedeutend. Es gibt große irreguläre Migrationsbewegungen über Nordafrika nach Europa (2016 und 2017 machten Nigerianer/innen die größte Gruppe ankommender Migrant/-innen in Italien aus), aber auch eine große Diaspora mit hochqualifizierten Nigerianer/-innen im Ausland. Zwangsmigration in Form von Menschenhandel findet sowohl innerhalb des Landes, als auch über Ländergrenzen hinweg (nicht nur nach Europa, sondern auch im westafrikanischen Kontext) statt. Diese Umstände stellen Nigeria, und damit auch die nigerianische Soziale Arbeit, vor vielfältige und komplexe Herausforderungen, die im Rahmen der Summer School analysiert und diskutiert wurden. 
Im Rahmen der dreiwöchigen Summer School beschäftigten sich sechs Studentinnen des Masterstudiengangs mit dem nigerianischen Migrationskontext und der Rolle der Sozialen Arbeit diesbezüglich. Dafür wurde ein umfangreiches Programm durchgeführt, das einen intensiven Austausch zwischen der FHWS-Gruppe und Vertreter/-innen der nigerianischen Partneruniversität University of Nigeria Nsukka und weiteren Institutionen ermöglichte. Zu Beginn der Summer School hielten sechs Dozierende des Department of Social Work Vorträge zu den Themen Soziale Arbeit, Migration, Menschenhandel und Binnenvertreibung im nigerianischen Kontext. Zusätzlich stellten Mitarbeiter/-innen der National Emergency Management Agency (NEMA) und der National Agency for the Prohibition of Trafficking in Persons (NAPTIP) ihre Arbeit in diesen Bereichen vor.  
Ein zentraler Bestandteil der Summer School war die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen den sechs FHWSStudentinnen und UNN Master-Studierenden der Sozialen Arbeit. Die Studentinnen erarbeiteten mit ihren nigerianischen TandemPartner/-innen eine Präsentation zu unterschiedlichen Aspekten des Themas „Soziale Arbeit und Migration in Nigeria“, die sie dann gemeinsam weiteren Studierenden und Dozierenden des UNN Department of Social Work vortrugen und diskutierten. Darüber hinaus erleichterten die nigerianischen Tandem-Partner/-innen in ihrer Funktion als Ansprechpersonen und Begleitung für die meisten Summer School Aktivitäten das Einfinden in den nigerianischen Kontext und die kulturellen Gegebenheiten. 
Weitere wichtige Programmpunkte während des zwei-wöchigen Aufenthalts in Nsukka im südlichen Bundesstaat Enugu waren die Teilnahme an der Home-Coming Ceremony für Alumni des Studiengangs Soziale Arbeit der UNN sowie der ersten internationalen Konferenz des Departments zu dem Thema „Emerging and Contemporary Social Issues: The place of Social Work Education and Practice in Nigeria“. Während der zweitägigen Konferenz sprachen zum einen die drei Begleitpersonen Prof. Dr. Chibueze Udeani, Lehrbeauftragter im MRM, Prof. Dr. Ralf Roßkopf, Modulbeauftragter für Summer Schools, sowie Lisa Ziegler, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften, zu den Chancen und Herausforderungen Sozialer Arbeit vor dem Hintergrund internationaler Entwicklungen. Zum anderen wurde das Konferenzthema in parallel stattfindenden Sitzungen mit insgesamt fast 100 Kurzpräsentationen von Referent/-innen aus verschiedenen Landesteilen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. 
Die letzte Woche der Summer School verbrachte die Gruppe in Nigeria’s Hauptstadt Abuja, wo der Fokus auf dem Thema Binnenvertreibung lag. Bei Vorträgen zur Situation von Binnenvertriebenen (Internally Displaced Persons – IDP) und dem Management von IDP Camps von NEMA und Caritas Nigeria sowie dem Besuch zweier Camps für Binnenvertriebene eigneten sich die Studentinnen praktisches Wissen zu dem Thema an und erlebten die herausfordernden Umstände für die nigerianische Soziale Arbeit ganz konkret. 
Die Summer School in Nigeria war – dank des unermüdlichen Engagements der Leiterin des Departments of Social Work, Prof. Dr. Uzoma Okoye, und ihrem Team – eine bereichernde Erfahrung für alle Beteiligten. Die Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften ist deshalb bestrebt die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem UNN Department of Social Work weiterzuführen und auszubauen.  
Die Teilnahme an einer dreiwöchigen Summer School bildet einen curricularen Bestandteil des Masterstudiengangs „International Social Work with Refugees and Migrants“. Die Studierende setzen sich dabei mit Herausforderungen und Entwicklungen der Sozialen Arbeit in verschiedenen Ländern sowie den Akteuren vor Ort auseinander und erwerben im Rahmen von Praxisinstitutionsbesuchen, Workshops und Seminaren Kompetenzen und Wissen einer regionsspezifischen Flüchtlings- und Migrationssozialarbeit. 

Weitere Informationen zum Studiengang unter: mrm.fhws.de/startseite.html, Modulbeauftragter und verantwortlich für Summer Schools: Prof. Dr. Ralf Roßkopf