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25.07.18 | Aktuelles, Öffentlich, Bachelor Soziale Arbeit, FAS

Absolventin der Angewandten Sozialwissenschaften erhielt Preis für ihre herausragende Bachelor-Arbeit

Theresa Müller untersuchte die Lebensqualität im „Ambulant Unterstützten Wohnen“ - Unterstützung durch Lebenshilfe erhält positive Befunde

(von li.:) Dieter Körber, die Preisträgerin Theresa Müller, Markus Riedel, Uwe Riedel, Berthold Friedrich, Professor Dr. Dieter Kulke im Garten der Wohnstätte in der Ruppertsgasse in Würzburg-Heidingsfeld. (Foto Lebenshilfe Wohnstätten).

Für ihre Bachelor-Arbeit mit dem Thema ‚Lebensqualität im Ambulant Unterstützten Wohnen der Lebenshilfe Wohnstätten Mainfranken - Eine empirische Studie‘ wurde die Studentin der Sozialen Arbeit, Theresa Müller, von den „Lebenshilfe Wohnstätten Mainfranken“ mit einem Preis ausgezeichnet. Dieser Preis wurde aufgrund ihrer hohen Qualität und ihrer Bedeutung für die Lebenshilfe Wohnstätten eigens für diese Arbeit verliehen. In der Wohnstätte in der Ruppertsgasse in Würzburg-Heidingsfeld überreichte ihr Dieter Körber, Geschäftsführer der Lebenshilfe Wohnstätten, den Preis, gratulierte ihr zu der gelungenen Arbeit und hob dabei das Engagement der Studentin und die Aussagekraft der Ergebnisse für die Lebenshilfe Wohnstätten hervor.

Berthold Friedrich, Leiter des Fachbereichs Wohnen, und Professor Dr. Dieter Kulke, Betreuer der Arbeit, sprachen über die Bedeutung dieser angewandten Forschungsvorhaben und die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen der Lebenshilfe Wohnstätten bzw. ihrer Muttergesellschaft, den Mainfränkischen Werkstätten, und der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften. Erst in den beiden vergangenen Semestern hatte Kulke mit Master-Studierenden in einem qualitativen Forschungsprojekt die Chancen zur Inklusion in der Wohnstätte Heidingsfeld im Rahmen eines Seminars erforscht. Die Brüder Uwe und Markus Riedel, die beide von Theresa Müller für ihre Arbeit interviewt worden waren, freuten sich, dass sie im Rahmen der Bachelor-Arbeit Aussagen zu ihrer Zufriedenheit in verschiedenen Lebensbereichen machen konnten, und die Lebenshilfe so eine wichtige Rückmeldung über die Lebensqualität ihrer Klienten und die Wirkung ihrer Unterstützung erhalte.

Theresa Müller erforscht in ihrer Arbeit die Lebensqualität von Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen im Ambulant unterstützten Wohnen (AUW). Das AUW ist eine Wohnform, die auch für behinderte Menschen in den letzten Jahren immer attraktiver wird. Für Personen, die nicht die engere Betreuung und das Gemeinschaftliche einer stationären Wohnform benötigen, und genügend Kompetenzen für selbstständiges Wohnen mitbringen, sei das AUW das passende Angebot. Es werde für Einzelne, Paare oder auch Wohngemeinschaften für Menschen mit Behinderung angeboten, die weitgehend selbständig seien und die möglichst selbstbestimmt in der eigenen Wohnung leben wollen. Im Durchschnitt werden von den Kostenträgern ca. 3,5 Stunden Betreuung pro Woche finanziert, d.h. die Betreuten führen ein weitgehend selbstständiges, alltägliches Leben. Die Leistungen orientieren sich an den individuellen Bedürfnissen und umfassen Beratung und Unterstützung im Alltag sowie bei aktuellen Problemen (psychosoziale Begleitung), bei der Haushaltsführung, im Bereich Gesundheitspflege, im Umgang mit Geld, bei der Freizeitgestaltung und bei sozialen Kontakten sowie bei Konflikten und in Krisensituationen. Aktuell werden im Rahmen des AUW von den Lebenshilfe Wohnstätten in Würzburg und den Landkreisen Würzburg, Main-Spessart und Kitzingen ca. achtzig Personen unterstützt. Daneben gibt es weitere Anbieter mit kleineren Kapazitäten.

Um die Lebensqualität der Bewohner im AUW zu erfassen, erarbeitete Müller - aufbauend auf der Lebensqualitätsforschung - einen Fragebogen, mit dem sie die Lebensqualität in den Bereichen Freizeit, Wohnsituation, Unterstützungsleistungen, Arbeit, Gesundheitszustand und soziale Kontakte erfragte. Die Daten wurden in über vierzig persönlichen Interviews mit den Klienten von der Forscherin erhoben. In ihrer theoretisch wie empirisch sehr fundierten und sorgfältigen Analyse sei, so Kulke, Müller zu dem Ergebnis gekommen, dass die Zufriedenheitswerte alle relativ hoch seien. Sie liegen auf einer Skala von 1 bis 5 im Durchschnitt alle zwischen 4 (etwas zufrieden) und 5 (sehr zufrieden). Ein wichtiges Thema im AUW sei die soziale Einbindung. Vierzig Prozent der Befragten gaben an, Einsamkeitsgefühle zu kennen, und 29 Prozent der Befragten fehle ein richtig guter Freund. Außerdem zeige sich, dass Selbstständigkeit eng mit der Lebenszufriedenheit positiv korreliere. Diese Befunde könnten optimal in die weitere Arbeit der Assistenten einfließen.