International Week 2019: Ist Architektur ein Menschenrecht?

Wed, 22 May 2019 | Aktuelles, Meldungen

Am zweiten Tag der International Teaching Week 2019 vermittelte Michele di Marco von „Emergency Architecture & Human Rights“ Studierenden der Sozialen Arbeit und den anwesenden internationalen Gastdozenten eine interdisziplinäre Perspektive auf Fragen des Zusammenlebens. EAHR arbeitet auf der ganzen Welt für Gruppen und Gemeinschaften, die mit Ungleichheit, humanitären Krisen und Verletzung ihrer Menschenrechte konfrontiert sind. Beginnend mit Fragen des Wohnungsbaus während der industriellen Revolution über die Zerstörung ganzer Städte im Zweiten Weltkrieg hin zu Fragen des Sozialen Wohnungsbau stellte Michele di Marco in seiner Präsentation den Bezug zu den Menschenrechten her. In Artikel 25 postuliert die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte den Anspruch eines jeden Menschen auf ein soziales Existenzminimum und auf ein System der sozialen Sicherheit, wozu auch das Recht auf eine menschenwürdige Wohnung gehört. Michele di Marco veranschaulichte anhand mehrerer EAHR-Projekte, wie der „Green Library“ in Sydhavn (Dänemark) oder den „100 Classrooms for Refugee Children“, dass Architektur als Vermittler wirken kann, um das Erbe einer Gemeinschaft zu bewahren und weiterzuentwickeln und ein nachhaltiges Leben und Zusammenleben zu ermöglichen. An den vorgestellten Projekten wurde auch deutlich, wie interdisziplinäre wissenschaftliche Forschung und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse in die Arbeit von EAHR einfließen. EAHR wurde letzte Woche in Paris für ihre Leistungen in der interdisziplinären wissenschaftlichen Forschung sowie ihren künstlerischen Architekturansatz, Bauen verständlich, attraktiv und leistbar zu machen, mit dem Global Award for Sustainable Architecture 2019 ausgezeichnet. Fotos: FHWS